Klangqualität messen und wahrnehmen: Traue nicht mir, sondern Dir selbst!

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Klangqaulität im Spannungsfeld zwischen Messung und Wahrnehmung

(“What you are“ – Dave Matthews Band)

Messungen elektrischer und akustischer Parameter sind bei der Entwicklung von Lautsprechersystemen unerlässlich. Sie liefern die berechenbaren Korrelationen zwischen Bauteilen, dem Systemaufbau der Signalübertragung und dem Effekt auf das an der entsprechenden Messstelle vorliegende Signal. Es gibt in der Elektroakustik eine unüberschaubare Vielzahl von Messmethoden und Messsignalen. Die bekanntesten Messsignale sind die reinen Sinustöne und Rauschsignale, die ein definiertes Frequenzgemisch beinhalten. Methoden reichen von der Aufnahme elektrischer Größen wie Strom, Spannung und Widerstand/Impedanz über mechanische Messaufnahmen zur Schwingungsanalyse bis zu den bekannten Mikrofonaufnahmen der abgestrahlten Signale in einer bestimmten räumlichen Anordnung. Für letztere ist die bekannteste die Messung des Frequenzgangs, also die Wiedergabetreue eines Lautsprechers bezüglich eines Eingangssignals, das üblicherweise das gesamte Spektrum der hörbaren Frequenzen zwischen 20 Hz und 20 kHz umfasst.

Solche akustischen Messungen sind sehr empfindlich hinsichtlich der vorhandenen Messbedingungen, insbesondere der Messumgebung. Die exakte Reproduktion einer bestehenden Messaufnahme in einer anderen Messumgebung ist praktisch unmöglich. Gerade am Beispiel des Frequenzgangs wird auch deutlich, wie schwierig die Schlussfolgerung von der Analyse dieser Messung auf den Wohlklang eines Lautsprechersystems fällt.


(Grafik einfügen – ja, hier soll eine Visualisierung mit Frequenzgang hin)

Eine besondere Würdigung gilt in diesem Zusammenhang Regelwerken wie xxx, mit denen vermeintlich objektive Qualitätsmerkmale von Lautsprechern wie Wirkungsgrad oder Übertragungsbereich durch eine Reihe von Vorgaben zu deren Definition bzw. Ermittlung zwischen verschiedenen Produkten vergleichbarer gemacht werden sollen. Leider ist die strikte Einhaltung dieser Vorgaben keineswegs ein Garant für ein gelungenes Hörvergnügen – im Gegenteil: Vermeintlich herausragende Kenndaten weisen oft auch ausgerechnet Lautsprecher auf, deren Klangtreue eher unterdurchschnittlich zu bewerten ist.

Unser Fazit

Auch die Entwicklung der Aural Sculptures von 3BE wird von einem erheblichen messtechnischen Aufwand begleitet. Tatsächlich schließt sich aber an praktisch jede messtechnisch begründete Entwicklungsstufe eine aufwändige und langwierige Validierung „im Wohnzimmer“ an. Tausende Stunden lang hören unterschiedliche Leute mit unterschiedlichen Hörgewohnheiten unsere Entwicklungsstücke und geben Feedback. Viele Male werden die Entwicklungen oft nur wenig verändert, bis wir das ersehnte Leuchten in den Augen unserer Testhörer erblicken, und kein „aber“ mehr das Urteil trübt.
Believe it or not: Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass das klangliche Optimum eines Lautsprechersystems – zumal unter lebensnahen Hörbedingungen – nicht unbedingt mit dem theoretischen Optimum aller messtechnischen Werte zu erklären ist. Und noch etwas haben wir bei 3BE gelernt: Alle Menschen haben ein Gespür für feinste Unterschiede im Klang der Musikwiedergabe, auch wenn sie sich selbst zunächst für gar nicht so sensibel halten. Das absolute Gehör hat nämlich nur ein Mensch: Du.

Bernd Marsch
Bernd Marsch
Bernd is a graduate engineer with an additional long-time career in business controlling and managing director plus founder of 3BE. Music has always been his passion, and now he is in the fortunate position to pump up the volume with professional excuse. At 3BE, Bernd cares for general management and quality of sound.